Ratgeber

Schnelle Sicherheits-Checkliste für die Reise

Unterwegs verbinden Sie sich häufiger mit unbekannten Netzwerken, lassen Geräte unbeaufsichtigt und laden sie über Anschlüsse, die Sie nicht kontrollieren — genau in diesen Momenten steigt das Risiko eines Datenlecks. Hier ist eine kurze Checkliste, die Sie 15–20 Minuten vor dem Abflug erledigen und die auf der ganzen Reise weiterwirkt.

Vor dem Abflug (5 Minuten)

  • Aktualisieren Sie das Betriebssystem und alle Apps auf Telefon und Laptop — aktuelle Patches schließen die Sicherheitslücken, die am häufigsten zum Abfangen von Daten in öffentlichen Netzen genutzt werden.
  • Aktivieren Sie die Bildschirmsperre per PIN oder Biometrie auf jedem mitgenommenen Gerät, auch auf Tablet und Smartwatch.
  • Prüfen Sie, ob für E-Mail, Banking-Apps und Messenger die Zwei-Faktor-Authentifizierung aktiviert ist — sie verhindert die Anmeldung selbst mit einem irgendwo abgefangenen Passwort.
  • Wenn Sie unterschiedliche Passwörter für verschiedene Dienste nutzen, synchronisieren Sie Ihren Passwort-Manager vorab, solange das heimische Netzwerk verfügbar ist — nicht erst am Flughafen-WLAN.
  • Wenn Sie auf der Reise den Datenverkehr auf Telefon und Laptop verschlüsseln möchten, richten Sie die App vorab ein: HamikVPN herunterladen und anmelden geht zu Hause deutlich schneller als in der Warteschlange am Gate.

Hotel- und Café-WLAN

Ein Netzwerk ohne Passwort in Hotel, Café oder Flughafen garantiert nicht, dass Ihr Datenverkehr für andere Geräte im selben Netz unsichtbar ist. Der Unterschied zwischen den Standards ist hier entscheidend: WLAN mit WPA3-Unterstützung und dem Modus Enhanced Open (OWE) erzeugt für jedes Gerät eine individuelle Verschlüsselung, selbst in einem offenen Netz ohne Passwort — während das ältere WPA2 für offene Hotspots keinen vergleichbaren Schutz bietet. Im Voraus lässt sich meist nicht feststellen, welchen Standard ein konkretes Netzwerk verwendet, daher lohnt es sich, den allgemeinen Empfehlungen zu folgen, die unter anderem die US-Cybersicherheitsbehörde CISA gibt:

  • automatische Verbindung zu offenen Netzen deaktivieren und das Netzwerk nach der Abreise aus der Liste bekannter Netze entfernen;
  • für die Dauer der Reise die Datei- und Ordnerfreigabe auf Telefon und Laptop deaktivieren;
  • den genauen Netzwerknamen beim Personal erfragen — ein gefälschter Access Point mit ähnlichem Namen ("Hotel_Free_WiFi" statt "Hotel-WiFi") bleibt eine einfache Methode, fremden Datenverkehr abzufangen;
  • nach Möglichkeit auf dem Gerät zusätzlich eine verschlüsselte Verbindung über jedem genutzten Netzwerk verwenden — das senkt das Abfangrisiko unabhängig davon, welchen Sicherheitsstandard der jeweilige Hotspot nutzt (mehr dazu in unserer Analyse der Risiken öffentlicher WLANs).

Laden und USB-Anschlüsse

Öffentliche Ladestationen an Flughäfen und Bahnhöfen bergen ein eigenes Risiko, bekannt als "Juice Jacking": Über einen beschädigten oder manipulierten USB-Anschluss könnte theoretisch versucht werden, auf Gerätedaten zuzugreifen. Nach Empfehlung der US-Kommunikationsbehörde FCC ist es sicherer, das Telefon über ein eigenes Netzteil an der Steckdose, eine Powerbank oder ein Kabel ohne Datenübertragung zu laden. Gibt es keine Steckdose und muss ein öffentlicher USB-Anschluss genutzt werden, wählen Sie im erscheinenden Dialog "Nur laden" statt "Daten übertragen".

Unterwegs

  • Halten Sie Bluetooth und NFC ausgeschaltet, wenn Sie sie nicht aktiv nutzen.
  • Aktivieren Sie die Geräteortung ("Mein Gerät finden" bei Android, Find My bei iOS) — für den Fall von Diebstahl oder Verlust unterwegs.
  • Melden Sie sich nicht von fremden Computern in Hotel-Business-Centern bei persönlichen Konten an; falls es doch nötig ist, melden Sie sich unbedingt ab und stimmen Sie dem Speichern des Passworts im Browser nicht zu.

Nach der Rückkehr

Ändern Sie die Passwörter für Dienste, bei denen Sie sich über fragwürdige Netze angemeldet haben, und prüfen Sie die Liste der aktiven Sitzungen in E-Mail und Messenger — die meisten Dienste zeigen, von welchen Geräten und Städten zuletzt eine Anmeldung erfolgte. Diese Liste lohnt es sich auch unabhängig von Reisen regelmäßig durchzugehen — zum Beispiel zusammen mit den grundlegenden Telefoneinstellungen.

Häufig gestellte Frage

Muss man im Flugzeug wirklich WLAN und Bluetooth ausschalten?

Die Anforderungen hängen von der Fluggesellschaft und den Anweisungen der Crew ab: In der Regel genügt der Flugmodus, WLAN und Bluetooth lassen sich separat aktivieren, wenn es an Bord ausdrücklich erlaubt ist. Außerhalb des Flugzeugs lohnt sich das Abschalten nicht wegen Vorschriften, sondern um die Angriffsfläche zu verkleinern — ein Gerät ohne aktive drahtlose Verbindungen ist schwerer zu finden und ohne Wissen des Besitzers zu verbinden.

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Häufige Fragen

Muss man im Flugzeug wirklich WLAN und Bluetooth ausschalten?
Die Anforderungen hängen von der Fluggesellschaft und den Anweisungen der Crew ab: In der Regel genügt der Flugmodus, WLAN und Bluetooth lassen sich separat aktivieren, wenn es an Bord ausdrücklich erlaubt ist. Außerhalb des Flugzeugs lohnt sich das Abschalten nicht wegen Vorschriften, sondern um die Angriffsfläche zu verkleinern — ein Gerät ohne aktive drahtlose Verbindungen ist schwerer zu finden und ohne Wissen des Besitzers zu verbinden.
Was tun, wenn an der Grenze verlangt wird, das Telefon zur Kontrolle zu entsperren?
Die Regeln unterscheiden sich von Land zu Land und können in einer bestimmten Rechtsordnung gesetzlich verpflichtend sein. Die praktische Vorbereitung hängt nicht von den genauen Regeln ab: Sichern Sie wichtige Daten vor der Reise, nutzen Sie nach Möglichkeit getrennte Cloud-Konten für berufliche und private Daten, und melden Sie sich aus Apps ab, die auf der Reise nicht gebraucht werden. Die Electronic Frontier Foundation veröffentlicht dazu eine ausführliche praktische Aufbereitung (Digital Privacy at the Border) — lesenswert im Voraus, wenn die Reiseroute über Grenzen führt, an denen solche Kontrollen häufiger vorkommen.
Wie erhalte ich schnell wieder Zugriff auf meine Konten, wenn das Telefon auf der Reise gestohlen wird oder verloren geht?
Ist das Telefon der einzige Weg, um Einmalcodes der Zwei-Faktor-Authentifizierung zu erhalten, sperrt sein Verlust sofort den Zugang zu allen verknüpften Konten. Speichern Sie vorab die Wiederherstellungscodes, die E-Mail-, Bank- und Messenger-Dienste beim Aktivieren von 2FA ausgeben, und bewahren Sie sie getrennt vom Telefon auf. Direkt nach dem Verlust des Geräts: aktivieren Sie über einen Geräte-Ortungsdienst die Fernsperre und -löschung, kontaktieren Sie den Mobilfunkanbieter zur Sperrung der SIM-Karte, und ändern Sie die Passwörter der wichtigsten Dienste von einem anderen Gerät aus. Mehr dazu in unserer Analyse der Zwei-Faktor-Authentifizierung.
Ist es sicher, sich vom Computer im Business-Center eines Hotels aus in persönliche Konten einzuloggen, wenn es keine andere Möglichkeit gibt?
Das Risiko ist höher als bei einem eigenen Gerät: Auf einem öffentlichen Computer kann ein Keylogger installiert sein, und Verlauf sowie gespeicherte Daten sind für den nächsten Nutzer sichtbar. Gibt es wirklich keine andere Möglichkeit — öffnen Sie ein privates Browserfenster, speichern Sie das Passwort niemals, wenn der Browser danach fragt, und melden Sie sich hinterher manuell ab, statt nur das Fenster zu schließen. Ändern Sie nach der Rückkehr das Passwort für jedes so genutzte Konto, auch wenn nichts Verdächtiges aufgefallen ist.